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Mythos und Verwandlung: Die Rezeption von Ovids 'Metamorphosen' in der europäischen Literatur- und Kulturgeschichte [NDL3 K2]

7.410059

Dozenten

Beschreibung

Literarische, aber auch künstlerische und musikalische (An)Verwandlungen der 'Verwandlungen' des römischen Dichters Ovid in der europäischen Kulturgeschichte stehen im Zentrum des Seminars.
Die 'Metamorphosen', um die christliche Zeitenwende entstanden, sind ein riesiges Reservoir mythologischer Geschichten und als solches eines der wirkmächtigsten Werke der antiken Literatur. Von der Verwandlung der Welt, der Dinge der Natur, der Götter, der Sterblichen erzählt Ovids "Weltgedicht", von vielen bis heute prominenten Figuren, die seit der Antike fortleben und produktiv rezipiert wurden in allen Epochen.
Ovids Götter verwandeln sich selbst meistens aus List, oft genug, um sexuelle Übergriffe zu begehen. Und die Menschen verwandeln sie vielfach aus ‚menschlichen‘ Motiven: niedrigen Beweggründen wie Wut, Eifersucht, Zurückweisung oder Missgunst. Aber nicht nur Strafverwandlungen, sondern manchmal auch solche zur Rettung, zur Belohnung, zur Entschädigung bewirken die Unsterblichen, und häufig liefern die erzählten Metamorphosen uns Entstehungsgeschichten für Phänomene der Natur und des Himmels, für Pflanzen, Tiere oder Sternbilder.

Die Geschichten von Daphne oder Europa, von Arachne, von Narziss oder Midas, von Pygmalion, von Orpheus und unzähligen anderen wurden im christlichen Mittelalter moralisch gelesen und ausgelegt, noch bis in die frühe Neuzeit erzählte man meist zur Abschreckung von den heidnischen Göttern und lasterhaften Protagonist*innen des allzu weltlichen Ovid. In der Renaissance, in Barock, Aufklärung und bis in die Moderne ist das Personal der 'Metamorphosen' lebendig (einzelne Figuren und ihre Mythen sicherlich mehr als andere) – keine Gemäldegalerie, in der nicht Sujets aus den 'Verwandlungen' zu sehen wären! Ovids Held*innen haben es nicht nur in alle Kunstformen geschafft, ob bildende Kunst, Musikdramatik oder Literatur, sondern auch in die Psychoanalyse (Narzissmus, Midaskomplex …) und die (frühe) Populärkultur ('My Fair Lady', 'Goldfinger' …).

Im Seminar werden wir berühmte Erzählungen aus den 'Metamorphosen' lesen, natürlich in deutscher Übersetzung, und der Rezeptionsgeschichte einzelner Figuren in der deutschen und europäischen Literatur und Kultur exemplarisch nachgehen.

Weitere Angaben

Ort: (Bibliothek Alte Münze, Raum 10/E39 (Schulungsraum im EG))
Zeiten: Mi. 12:15 - 13:45 (wöchentlich)
Erster Termin: Mittwoch, 08.04.2026 12:15 - 13:45, Ort: (Bibliothek Alte Münze, Raum 10/E39 (Schulungsraum im EG))
Veranstaltungsart: Seminar (Offizielle Lehrveranstaltungen)

Studienbereiche

  • Germanistik/Deutsch > Literaturwissenschaft (Neuere Deutsche Literatur) > Bachelor